Bakterien und Viren

Bakterien und Viren — zwei Erreger, die uns alleweil Ärger zu machen versuchen. Worin unterscheiden sie sich? Und sind alle Bakterien schlecht, also pathogen? Hier ein kurzer Vergleich und Überblick.

Bakterien

sind Einzeller ohne festen Zellkern, dafür mit lose im Zytoplasma liegendem Erbgut, was eine schnellere Teilung und damit Vermehrung ermöglicht. Die Zellwand ist meist von einer widerstandsfähigen Kapsel umgeben. Bakterien fehlen komplizierte Zellorganellen, sie haben keine Mitochondrien in sich (Kunststück: Mitochondrien sind ja selbst vermutlich im Laufe der Evolution in tierische Zellen eingewanderte Bakterien), wohl aber Ribosomen zur Replikation ihrer DNA.
Aus einer Bakterienzelle entstehen zwei identische Zellen. Sind die Bedingungen ideal (optimale Nährstoffversorgung, keine Gegenwehr), kann das alle 20 Minuten passieren. Aus einer Zelle können rein theoretisch binnen 24 Stunden 5000 Milliarden Nachkommen hervorgehen (ein Bakterium teil sich und bringt nach 20 Minuten 2 identische Zellen hervor; diese beiden teilen sich nach 40 Minuten wieder, dann haben wir 4; diese 4 teilen sich nach 1 Stunde erneut, dann haben wir 8, nach 80 Minuten schon 16, nach 100 Minuten 32, nach 2 Stunden bereits 64 usw. Nach 6 Stunden sind es bereits 262.144., nach 7 Stunden über 2 Millionen, nach 8 Stunden … ähm…16.777.216… (Praktisch reichen die Nährstoffe dafür jedoch meist nicht aus!).
Ein Bacillus (Bazillus) ist ein stäbchenförmiges Bakterium. Ein Coccus (Kokken) ist rund und kann sich zu Paaren (Diplokokkus), Ketten (Streptokokkus) oder weintraubenähnlich (Staphylokokken) zusammentun. Spiralbakterien sind schraubenförmig.
Bakteriensporen sind inaktive Ruheformen, die jahrelang unter widrigen Bedingungen “schlafen”, dann aber im geeigneten Moment erneut zuschlagen können.

Bakterien sind nicht ausschließlich als pathogene Schädlinge anzusehen, im Gegenteil. Die Residents in unserem Darm beispielsweise (etwa 200 Arten von Bakterien, darunter so bekannte Probiotika wie Laktobacillus und Bifidobakterien) oder jene der normalen Hautflora sind überlebenswichtig. Auf der sauberen Haut beispielsweise tummeln sich bis zu 1.000 Bakterien pro cm2 — auf der gereinigten Haut, wohlgemerkt. Das Gesamtgewicht an Darmbakterien liegt bei 1 bis 1,5 Kilogramm. Insgesamt 100 Billionen Bakterien auf und in einem Menschen sollen es sein — und ohne diese wären wir wohl nicht lebensfähig.

Viren

hingegen sind keine Lebewesen, sondern lediglich Molekülpakete mit Nukleinsäuren (DNA oder RNA) in einer Hülle. Diese Umhüllung besteht immer aus einem Protein-Mantel, der Capsid genannt wird; oft findet sich darum zusätzlich eine weitere Virushülle mit Lipiden und Proteinen.
Zur Vermehrung brauchen Viren, die keinen eigenen Zellstoffwechsel haben, eine lebende Wirtszelle, die sie infizieren und in deren Nucleinsäuresequenz dann das Viren-Erbgut eingeschleust wird. Ende vom Lied: Die Wirtszelle produziert nur noch Viren (Nucleinsäuren und Hüllmaterial), die dann ausgeschleust werden und ihrerseits weitere Wirtszellen infizieren können. (Unglücklicherweise stirbt die Wirtszelle dabei ab!)
Viren selbst kann man nicht durch eine medikamentöse Therapie zerstören; wir fangen lediglich die Symptome auf. Gegen eine mögliche Virusinfektion kann man sich allerdings in einigen Fällen impfen lassen.

Bakterien sind schon klein, zwischen 0,2 und 2,0 Mikrometer groß.Viren aber sind noch um ein Vielfaches kleiner.

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